Die Kreta-Diät, oft auch Mittelmeer-Diät genannt, ist eine Ernährungsform, die inspiriert ist von der traditionellen Küche in den verschiedenen Mittelmeer-Ländern, die umgangssprachlich oft als Mittelmeerküche bezeichnet wird; sie ist aber nicht mit dieser identisch. Die Ernährungsweise in diesen Ländern gilt als besonders gesund, da mehrere Studien in den vergangenen Jahrzehnten ergeben haben, dass die Bewohner der Mittelmeer-Regionen seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden und gerade die Menschen auf der Insel Kreta eine über dem europäischen Durchschnitt liegende Lebenserwartung haben.
Die als Mittelmeer-Diät publizierten Ernährungsempfehlungen entsprechen
jedoch nicht der tatsächlichen Alltagskost in Ländern wie Spanien,
Italien und Griechenland und auch nicht der heute üblichen auf Kreta.
Die Bezeichnung ist vor allem ein Marketingbegriff von Autoren bzw. ein
Schlagwort für eine bestimmte Ernährungsform.
- Die Mittelmeer-Diät gilt als ausgewogene Mischkost und ist
als Dauerernährung geeignet. Publikationen im deutschsprachigen Raum
nennen als Bestandteil häufig auch Vollkorn-Produkte, die in den
Mittelmeerländern de facto aber keine nennenswerte Rolle spielen, wenn
sie überhaupt gegessen werden.
- Nach Erkenntnissen der
Gerontologie hängt die Lebenserwartung von verschiedenen Faktoren ab
und kann nicht allein durch die Ernährung beeinflusst werden.
- Die
Empfehlungen der Diät basieren auf der Ernährungsweise hart arbeitender
Bergbauern auf Kreta in den 1950er und 1960er Jahren, deren
Lebensbedingungen sich deutlich von der aktuellen Lebenssituation der
meisten Menschen in Industrienationen unterscheiden. Mittlerweile ist
auch auf Kreta jeder dritte Jugendliche übergewichtig aufgrund von zu
hoher Kalorienzufuhr bei zu wenig Bewegung in Büroberufen.[8] Eine
geringere Rate von Zivilisationskrankheiten lässt sich nicht zwingend
nur auf die Ernährung zurückführen.
- Die traditionelle Kost
auf Kreta ist sehr fettreich. Doch „längst nicht jedes andere
europäische Volk ist genetisch an einen solch enormen Fettkonsum
angepasst - was sich auf verschiedenen Chromosomen nachweisen lässt.
Vergleichsessen unter wissenschaftlicher Kontrolle ergaben, dass sich
bei Kretern die Blutfettwerte nach einer Mahlzeit viel schneller
normalisieren als bei Nordeuropäern. Die hätten bei ähnlich hohem
Olivenölkonsum eher Herzkrankheiten zu befürchten.“[9]
- Es
wird oft nicht darauf hingewiesen, dass aufgrund der Studienergebnisse
lediglich Korrelationen hergestellt werden zwischen dem
Gesundheitszustand der Teilnehmer und ihren Ernährungsgewohnheiten, was
nicht mit einem kausalen Beweis verwechselt werden darf. Es handelt
sich de facto nur um Theorien, und diese wurden im Fall der Kreta-Diät
mehrfach geändert.[10] Eine Annahme ist, dass das Öl der kretischen
Oliven (Koroneiki) besonders gesund ist, da es einen höheren Anteil an
Vitaminen und Enzymen enthalte.[11] Das bedeutet aber zugleich, dass
andere Olivenölsorten nicht denselben gesundheitsfördernden Effekt
hätten.
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